Tiefkühl-Blattspinat – Die Verarbeitung in der Frosterei

Tiefkühl-Blattspinat – Die Verarbeitung in der Frosterei

Tiefkühl-Blattspinat ist eine gern verwendete Zutat in der Küche. Aber wie kommt der gefrorene Spinat in den Supermarkt? In der Frosterei wird der Spinat gereinigt, blanchiert und tiefgekühlt. Die fertige Ware wird verpackt und an den Supermarkt geliefert.

Wie die Spinatpflanzen auf dem Feld wachsen und geerntet werden, könnt ihr im ersten Teil der Reportage lesen. Nachfolgend erfahrt ihr, was in der Frosterei mit dem Spinat gemacht wird.

Frisch vom Feld

Mit einer großen Erntemaschine hat Bio-Landwirt Alfons Klaus den Spinat geerntet. Das Schnittgut wird sofort nach der Ernte in Containern zur  Frosterei ELO-FROST gefahren und dort mit Hilfe einer Fahrzeugwaage gewogen. Dann geht es weiter in die Warenannahme der Frosterei, wo eine Mitarbeiterin der Qualitätskontrolle den Spinat schon erwartet.

Die Qualitätskontrolleurin zieht Proben direkt aus dem Container und aus der abgekippten Ware. Mit den Proben geht sie in ihr Untersuchungslabor. Sie prüft die Qualität, indem sie die Anteile von Blatt- und Stielmasse, den Besatz mit Unkräutern und den Nitratgehalt ermittelt.

„Wenn der Spinat zu Tiefkühl-Blattspinat verarbeitet wird, darf die Rohware einen Stielanteil von höchstens 15 Prozent haben“, berichtet die Qualitätsmanagerin. Ist der Stielanteil zu hoch, gibt sie die Information direkt an den Fahrer der Erntemaschine weiter, der die Schnitthöhe anpassen kann.

Frische ist entscheidend

„In der Spinatfrostung ist die Frische der Ware das Allerwichtigste. Wir achten deshalb auf kurze Anfahrtswege vom Feld und sofortige Verarbeitung der Rohware“, erklärt Ludger Niemann, Produktionsleiter bei ELO-FROST. Wird der Spinat warm, leidet die Qualität und es kann Nitrat entstehen. Deshalb ist er froh, mit Naturland-Anbauer Alfons Klaus zusammenarbeiten zu können, der in unmittelbarer Nähe zur Frosterei den Spinat für ELO-FROST produziert.

„Sind die Prozesse zwischen der Ernte auf dem Feld und der Verarbeitung in der Frosterei gut abgestimmt, dann sind das die besten Voraussetzungen für eine hervorragende Qualität des Tiefkühl-Blattspinats.“

Hat die Qualitätskontrolle nichts am Spinat auszusetzen, dann kann die Reise durch die Frosterei beginnen. Von einem Bunker aus, in den die Feldware gekippt wird, transportieren breite Förderbänder den Spinat zu verschiedenen Reinigungsstufen: zuerst ein Sternsieb, dann die sogenannte Insektentrommel. Dieser riesige Zylinder ist mit einem Maschendraht bespannt und dreht sich. Kleine Erdklumpen, Holzstöckchen und Insekten fallen durch die Maschen und werden ausgesiebt.

Ein Laser und etwas Handarbeit

Wer denkt, dass die Reinigung damit abgeschlossen sei, der hat weit gefehlt. Die nächste Stufe ist ein Lasersortierer, der aufgrund von Farbe und Form erkennt, was nicht Spinat ist. Mit Luftdruck werden die Fremdkörper aus dem Spinat geschossen. Zu guter Letzt läuft der Spinat noch über ein Verleseband, an dem geschulte Mitarbeiter die Ware kontrollieren.

Nun kann der Spinat gewaschen werden. „Weil Spinat die Eigenschaft hat, auf dem Wasser zu schwimmen, haben wir eine spezielle Paddelwäsche. Die Paddel sitzen auf großen sich drehenden Walzen und sorgen dafür, dass der Spinat immer wieder unter Wasser gebracht wird“, beschreibt Ludger Niemann die Waschstraße seiner Frosterei.

Erhitzt, gekühlt, geschnitten

„Blancheur“ heißt die Maschine, die den Spinat nach der Wäsche erwartet. Der Spinat wird kurz erhitzt und sofort wieder heruntergekühlt. „Bei ELO-FROST blanchieren wir den Spinat bei 85 °C für 55 Sekunden“, erklärt Ludger Niemann. „Dadurch werden Mikroorganismen, wie Bakterien abgetötet. Der Spinat behält aber seine Vitamine und Mineralstoffe.“ Dieselbe Maschine kühlt das Produkt dann runter auf 3 bis 4 °C.

Im Anschluss wird der Spinat geschnitten und mit Förderbändern zum Froster transportiert.

Gefroren bei minus 30 Grad

Jetzt wird es richtig kalt. Ludger Niemann öffnet kurz die Tür zur Kältekammer des Frosters. Weiß ist die Kälte hinter dieser Tür. Ein Verdampfer erzeugt eine Temperatur von -30 °C. Der Spinat verbleibt  rund acht Minuten im Froster und hat dann -13 °C erreicht. Der gefrorene Spinat wird auf der anderen Seite in einen gekühlten Raum transportiert.

Noch einmal läuft der Spinat durch einen Lasersortierer, der Eisklumpen oder verfärbte Blätter entfernt. Dann wird das gefrorene Gemüse in 600-Gramm-Portionen abgewogen. Die Portionierung läuft voll automatisch und ist direkt mit der Verpackungsmaschine verbunden.

Der Tiefkühl-Blattspinat für die Marke REWE-Bio wird in Schlauchbeutel verpackt. Von der automatischen Waage rutschen die 600-Gramm-Portionen in die Schlauchbeutel. Die Maschine verschweißt die Beutel und gibt sie weiter an ein Förderband. Jetzt kommen die Beutel in die bereitstehenden Pappkartons. Diese laufen hinüber zum Palettierroboter, der die Kisten auf Paletten stellt. Mit einem Gabelstapler fährt ein Mitarbeiter die Paletten zur Wickelmaschine, die die Kartons mit Folie umhüllt und ihnen so den nötigen Halt auf der Palette gibt.

Bis zum Transport im Tiefkühlhaus

Die eingewickelten Paletten sind fertig zum Transport. Bis die nächste Lieferung an REWE verschickt wird, lagern sie in einem Tiefkühlhaus von beeindruckenden Ausmaßen. Der Staplerfahrer bleibt zum Glück am Boden, wenn die Paletten in die oberen Etagen des Hochregallagers gestellt werden.

Sobald REWE neuen Tiefkühl-Blattspinat bei ELO-FROST bestellt, machen sich die Lastkraftwagen auf den Weg. Die Ware wird in speziellen Tiefkühl-Transportern geliefert, denn die Kühlkette darf nicht unterbrochen werden. Schließlich landet der Blattspinat im Laden und in eurem Einkaufskorb. Und jetzt seid ihr dran!

Was kocht ihr am liebsten mit Tiefkühl-Blattspinat? Spinat-Suppe, Spinat mit Kartoffelpüree und Rührei oder doch lieber Spinat-Pizza mit reichlich Knoblauch?

Weiterführende Links

Frosterei ELO-FROST

Naturland, Bio-Anbauverband

REWE-Bio-Produkte

Wikipedia zu Tiefkühlkost

Spinat-Pizza mit Vollkornteig

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