Tiefkühl-Blattspinat – Die Ernte auf dem Feld

Tiefkühl-Blattspinat – Die Ernte auf dem Feld

Tiefkühl-Blattspinat ist eine leckere Zutat auf Pizzen, in Suppen oder Aufläufen und eine schmackhafte Beilage zu Gnocchi, Kartoffeln oder Nudeln. Aber wie kommt der gefrorene Spinat in den Supermarkt? 

Die Spinatpflanzen wachsen auf dem Feld. Sie werden mit Hilfe einer speziellen Maschine geerntet und anschließend in die Frosterei gebracht. Dort wird der Spinat verarbeitet, verpackt und an den Supermarkt ausgeliefert. Den Rest kennt jeder von uns.

Die Aussaat steht am Anfang

Anfang Juni konnte ich Landwirt Alfons Klaus aus Höltinghausen bei Cloppenburg besuchen und bei der Spinaternte zusehen. In seinem Betrieb produzieren Alfons Klaus und Dierk Stevens verschiedene Gemüsekulturen nach den Richtlinien des Bio-Anbauverbandes Naturland. Der Landwirt hatte den Spinat, der Anfang Juni zur Ernte kam, in der zweiten Aprilwoche ausgesät.

„Die Kultur frei von Unkraut zu halten, ist die größte Herausforderung beim Anbau von Bio-Blattspinat“, erklärt Alfons Klaus. Beikräuter sollen auf keinen Fall ins Endprodukt gelangen. Um das zu vermeiden, muss der Bio-Landwirt sehr sorgfältig gegen die Unkräuter auf dem Feld vorgehen.

Striegel und Hacke entfernen das Unkraut

Chemische Methoden zu Unkrautbekämpfung gibt es im Bio-Anbau nicht. Deshalb fährt Alfons Klaus, sobald der Spinat fünf bis sechs Zentimeter groß ist, zum ersten Mal mit einem Striegel durch die Reihen. Der Striegel reißt die Unkräuter raus, verschüttet sie und lockert die oberste Bodenschicht. Das hindert die Unkräuter daran, weiterzuwachsen.

Wenn der Spinat die ersten großen Blätter hat, folgt ein zweiter Arbeitsgang mit einer Kombination aus Hacke und Striegel. So beseitigt der Anbauer die Unkräuter, die zwischen den Spinatreihen stehen.

Genauigkeit macht den Erfolg

Wichtig ist, dass der Spinat in geraden Reihen auf dem Feld wächst, damit die Unkraut-Hacke gut zwischen den Reihen laufen kann. Wie gut der Spinat steht, entscheidet sich bereits bei der Aussaat. Alfons Klaus arbeitet deshalb mit der Firma Mählmann Gemüsebau zusammen, die moderne Spezialmaschinen für die Aussaat und Ernte besitzt. Am geplanten Tag der Aussaat kommt ein Mitarbeiter der Firma Mählmann zusammen mit der Sämaschine auf den Betrieb und sät das Spinatsaatgut aus.

Es gibt verschiedene Spinatsorten, die sich für die Frostung eignen. Alfons Klaus baut die Sorte „Goldenwhale“ von Rijk Zwaan an, die sich am Standort bewährt hat und zur Erntetechnik passt. Viel Blatt und wenig Stängel wünschen sich Anbauer und Frosterei. Das Blatt darf aber nicht zu dicht über dem Boden stehen, denn sonst kann die Mähmaschine das Blatt nicht sauber abschneiden und Fremdkörper oder Erde könnten ins Erntegut gelangen.

Zum richtigen Zeitpunkt ernten

Wenn der Spinat ausreichend gewachsen ist und keine Unkräuter in der Kultur stehen, dann darf geerntet werden. „Wir ernten so spät wie möglich, um einen guten Ertrag von der Fläche zu holen, aber früh genug, dass der Spinat noch keine  Blüten treibt. Blütenknospen sind in der Verarbeitung unerwünscht“, erklärt der Landwirt.

Er liefert den frisch geernteten Spinat an die rund 15 Kilometer entfernte Frosterei ELO-FROST. Sein Ansprechpartner dort ist Produktionsleiter Ludger Niemann. Einen geeigneten Tag für die Ernte können die beiden nur zusammen festlegen, weil der Spinat sofort nach dem Schnitt in der Frosterei verarbeitet wird.

Für die Ernte kommt erneut ein Mitarbeiter der Firma Mählmann Gemüsebau mit einer Spezialmaschine. Eine so moderne Erntemaschine hätte ich im Bio-Anbau nicht erwartet. Doch bei der Produktion von Tiefkühl-Blattspinat zählt Genauigkeit, egal ob der Anbau biologisch oder konventionell erfolgt.

Moderne Technik verbessert die Qualität

Der Fahrer ist mit seiner Erntemaschine ständig im Einsatz. Er hat einen Bildschirm im Cockpit, der ihm die Kontrolle aller Einstellungen ermöglicht. Der Fahrer sieht, in welcher Höhe die Maschine den Spinat schneidet, wie viel Spinat schon geerntet ist, wie schnell die Maschine fährt, welche Temperatur das Schnittgut hat und vieles mehr.

Im Fahrerhaus steht auch ein Tablet-Computer, der die Verbindung zur Frosterei herstellt. Von der Frosterei bekommt der Fahrer Rückmeldungen über die Qualität des angelieferten Spinats. Ist zum Beispiel der Stielanteil der Ware zu hoch, kann er die Höhe des Schneidebalkens anpassen.

Die geschnittenen Spinatblätter werden mit einem Luftstrom in einen Auffangkorb auf der Erntemaschine geblasen. Wenn der Behälter voll ist, kippt der Fahrer das Schnittgut in einen Container, der auf dem Feld bereitsteht. Ein Traktor holt den vollen Container vom Feld ab und bringt ihn sofort in die Frosterei.

Als Partner zusammenarbeiten

„Der Anbau von Spinat braucht einige Erfahrung“, erklär Alfons Klaus, „und man muss die Arbeiten mit großer Sorgfalt und Genauigkeit ausführen.“ Damit das Zusammenspiel mit der Frosterei rund läuft, steht er in engem Austausch mit Ludger Niemann, dem Produktionsleiter bei ELO-FROST. Abstimmen, kommunizieren und partnerschaftlich zusammenarbeiten, das sind die Erfolgsfaktoren in der Kooperation zwischen Landwirt und Verarbeitung.

Dieses Prinzip gilt auch für den nächsten Schritt in der Kette, für die Zusammenarbeit mit dem Supermarkt. ELO-FROST produziert den Bio-Blattspinat für REWE, der unter dem Label REWE-Bio verkauft wird.

Was mit dem Spinat in der Frosterei passiert, könnt ihr im  zweiten Teil der Reportage lesen: „Tiefkühl-Blattspinat – Die Verarbeitung in der Frosterei“.

Weiterführende Links

Frosterei ELO-FROST

Naturland, Bio-Anbauverband

REWE-Bio-Produkte

Mählmann Gemüsebau

Pikanter Spinatsalat

 

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