Steckrübe und Schwarzwurzel neu erfunden

Steckrübe und Schwarzwurzel neu erfunden

Wann habt ihr das letzte Mal Steckrüben oder Schwarzwurzeln gegessen? Neu erfunden kommen die beiden Gemüsearten jetzt zurück in den Einzelhandel.

Landwirt Bernd Uhrbach hat zusammen mit der Behr AG die beiden traditionellen Gemüsearten als küchenfertig aufbereitete Produkte wiederbelebt. Die Behr AG bringt die Schwarzwurzeln geschält in einer 400-Gramm-Verpackung und die Steckrüben geschält und in Würfel geschnitten in einer 500-Gramm-Verpackung in den Handel. Das macht die beiden in Vergessenheit geratenen Gemüsearten nun zu einem Convenience-Produkt.

Auf der Verpackung findet der Verbraucher ein schmackhaftes Rezept, das ein Beispiel für die Verwendung gibt. Die Behr AG und ihr Anbauer Bernd Uhrbach stellten diese beiden Neuheiten auf der Fruit Logistica 2013 vor und wurden für den Innovation Award nominiert.

Kohlrübe, Steckrübe, Wruke

Die Steckrübe heißt in Deutschland auch Kohlrübe oder Wruke. Sehr selten findet man noch die Namen Räbe oder Unterkohlrabi. Sie ist ein ausgesprochenes Wintergemüse, das nicht zuletzt durch die Bio- und Slow-Food-Szene eine Renaissance in Deutschland erlebt. In der Küche lassen sich Steckrüben in Suppen, Eintöpfen und Gemüsegratins verwenden, aber auch schlicht als Beilage zu Kartoffeln und Fleisch. Am besonderen Geschmack der Kohlrübe sind ätherische Öle beteiligt. In der gärtnerischen Praxis werden Steckrüben meist von September bis Dezember geerntet und können danach gut mehrere Monate gelagert werden. So lässt sich die Versorgung aus heimischem Anbau den Winter hindurch garantieren.

Schwarzer Mantel hüllt die Wurzel

Die Schwarzwurzel hat ihren Namen von der braunschwarzen, korkigen Rinde, die die Wurzel umhüllt. Was wir essen, ist die lange Hauptwurzel der Pflanze. Auch die Schwarzwurzel ist ein typisches Wintergemüse, das meist im März/April ausgesät wird und zwischen Oktober und April geerntet werden kann. Schwarzwurzeln lassen sich wie Spargel zubereiten. Ihr Geschmack ist fein und leicht nussig, jedoch intensiver als der von Spargel. Die Kohlenhydrate der Schwarzwurzel besehen nur zu geringen Mengen aus Stärke und Zucker, aber zu großen Teilen aus Inulin, weshalb Diabetiker das Gemüse sehr schätzen.

Nachteile ausgeräumt

Wird die Schwarzwurzel frisch vermarktet, hat sie nur eine kurze Haltbarkeit, denn die Wurzel trocknet schnell aus. Die braunschwarze, korkige Rinde ist nicht immer leicht abzuschälen und der klebrige Saft hat sein Übriges getan, dass das Gemüse an Attraktivität beim Verbraucher verloren hat.  Schwarzwurzeln geschält und küchenfertig, wie jetzt von der Behr AG angeboten, könnten diese Nachteile ausräumen und dem Wurzelgemüse zu neuer Popularität verhelfen. In der Winterzeit gibt es kaum ein regionales Gemüse, das so gut schmeckt.

Ich bin gegen Langeweile auf dem Teller und freue mich deshalb sehr darauf, Schwarzwurzeln und Steckrüben wieder häufiger im Handel zu sehen. Viel Erfolg bei der Einführung wünsche ich deshalb den Unternehmern Uhrbach und Behr.

Weiterführende Links

Website der Behr AG

Produktseite Steckrübe von Behr AG

Produktseite Schwarzwurzel von Behr AG

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