Solidarische Landwirtschaft: Neue Beziehungsnetze

Solidarische Landwirtschaft: Neue Beziehungsnetze

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Das Verhältnis zwischen Bauern und Verbrauchern wandelt sich. Es entstehen neue Beziehungsnetz, solidarische Landwirtschaft und urbane Gärten gehören dazu. Zu diesem Thema diskutierten die Teilnehmer von „Die Farbe der Forschung II“  am 7. und 8. März in die Humboldt-Universität zu Berlin.

Verbindung zur Landwirtschaft

In den letzten Jahren sind das Gärtnern und der Anbau von Lebensmitteln in der Stadt zu einem regelrechten Trend geworden. Die Bewegung wurzelt in dem Gefühl der Menschen, abgeschnitten zu sein von der Produktion der Lebensmittel. Die Bürger begreifen aber auch, dass die Globalisierung unserer Ernährungskreisläufe mit einer steigenden Abhängigkeit von internationalen Konzernen und Investitionsströmen in eine falsche Richtung führen. Eine neue Form der Beziehungsnetze zwischen Bauer und Verbraucher entsteht: Solidarische Landwirtschaft.

Besinnung auf’s Lokale

Die Gespräche im Rahmen des http://www.zs-l.de/farbe-der-forschung/ haben gezeigt, dass in Teilen der Bevölkerung eine Besinnung auf lokale Kreisläufe stattfindet, die über das Produkt, das Lebensmittel weit hinausgehen. Und es macht zuversichtlich, dass sich junge Menschen wieder für Ernährung und Landwirtschaft interessieren.

Video des Vortrags: Mathias von Mirbach vom Kattendorfer Hof, ein Demeterbetrieb, Vorsitzender des Trägervereins Netzwerk Solidarische Landwirtschaft.

Solidarische Landwirtschaft und urbane Gärten

Solidarische Landwirtschaft und städtische Gärten haben gemein, dass der Hof oder Garten zum Ort der Begegnung wird. Menschen tauschen sich aus, teilen Erfahrungen, Kultur und Wissen. Es entstehen Räume der Begegnung mit Pflanzen und Tieren.

Vertrauen und Verantwortung

Die solidarische Landwirtschaft steht dafür, dass sich eine Gruppe Menschen um einen Hof sammelt und gemeinsam Verantwortung für den Fortbestand des Hofes übernimmt. Die Mitglieder einer solidarischen Landwirtschaft beziehen die Lebensmittel von dort und können selbst auf dem Hof mitarbeiten. Es entsteht eine direkte und sehr enge Beziehung zwischen Landwirt und Verbraucher, eine Gemeinschaft, die hinter dem Hof steht.

Video des Vortrags: Christa Müller, Soziologin und Geschäftsführende Gesellschafterin der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis. Autorin von „Urban Gardening. Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt“

Begegnung der Kulturen

Projekte der städtischen Landwirtschaft sehen ihren Schwerpunkt meist noch stärker auf der soziokulturellen Ebene. Der Garten wird zum Ort der menschlichen Begegnung, unabhängig von Alter, kulturellem Hintergrund oder Bildungsgrad. Es geht darum, sinnliche Erfahrungen zu machen, Menschen eines Stadtteils zusammen zu bringen, Beziehungen aufzubauen, eine Gemeinschaft zu schaffen, die sich austauscht, sich zusammen um den Garten kümmert und teilt. Die gemeinsame Erzeugung von Lebensmitteln zur Deckung des eigenen Bedarfs steht meist nicht im Mittelpunkt, sondern ist vielmehr Mittel zum Zweck, die Brücke zur Begegnung mit den Nachbarn.

Video des Vortrags: Bastiaan Frich, Netzwerker; Mitbegründer von Urban Agriculture Basel, Vorstandsmitglied von Permakultur Schweiz, Gründer von Uni Gärten Basel, Initiator der Lebensmittel Gemeinschaft Basel …

Lebensmittel mit Charakter

Menschen, die sich in städtischen Gartenprojekten engagieren oder Mitglied einer solidarischen Landwirtschaft sind, wollen den direkten Bezug zur Herstellung ihrer Lebensmittel erfahren. Sie wollen wieder begreifen, was natürliche Lebensprozesse sind. Damit sind solidarische Landwirtschaft und urbanes Gärtner eine Bereicherung für die Bewegung des Öko-Landbaus.

Symposium Farbe der Forschung II

Unter dem Titel „Die Farbe der Forschung II“ hatte die Zukunftsstiftung Landwirtschaft am 7. und 8. März Wissenschaftlerinnen, Bauern, Gärtner und ökologisch Bewegte in die Humboldt-Universität zu Berlin eingeladen. Das Symposium kreiste um die Frage, welche Rolle Netzwerke für Landwirtschaft, Züchtung und Lebensmittelkultur spielen.

Beziehungsnetze wurden auf verschiedenen Ebenen ausgemacht, bei Pilzgeflechten des Bodens, beim bayerischen Bauernstammtisch, bei philippinischen Reiszüchtern, beim Zusammenspiel von Bäumen, Regenwürmern und Vögeln, bei urbanen Gärten, bei der ko-evolutionären Züchtung und mehr. Das gesamte Programm des zweitägigen Symposiums mit den Redemanuskripten und Präsentationen der Vortragenden findet ihr online unter http://www.zs-l.de/farbe-der-forschung/.

Weiterführende Links

http://www.zs-l.de/farbe-der-forschung/ mit allen Vorträgen online

Zukunftsstiftung Landwirtschaft

Netzwerk Solidarische Landwirtschaft

Solidarische Landwirtschaft weltweit Urgenci

Kattendorfer Hof bei Hamburg

Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis

Urban Agriculture Basel

Tobias Hartkemeyer vom CSA Hof Pente, makeCSA.org, Film über CSA in Deutschland

Die Agronauten, Forschung und Wissensvermittlung

Angelic organics Learning Center, Wissensvermittlung und Lernen

Max von Grafenstein, Kreisrunde Bauerngärten zum Mieten in Berlin

Gartendeck Hamburg

Prinzessinnengarten Berlin

Allmende-Kontor Berlin Tempelhofer Feld

Nachbarschaftsgärten in Leipzig

Stadtgarten Nürnberg

Kartoffelkombinat

Speisegut in Berlin

Genussgemeinschaft Städter und Bauern von Slow Food

3 Kommentare

  1. lasertest sagt:

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