Slow Food Story − Film über die Slow Food Bewegung

Slow Food Story − Film über die Slow Food Bewegung

Essen ist ein wichtiges Thema von globaler Bedeutung geworden. Der Dokumentarfilm „Slow Food Story“ zeigt, wie die Slow-Food-Bewegung gewachsen ist und es trotz ihres lokalen Ansatzes geschafft hat, auf die politische, ökologische und kulturelle Diskussion unseres Essen international aufmerksam zu machen.

Wer Utopie sät, wird Realität ernten

Am 10. Oktober kommt der Dokumentarfilm „Slow Food Story“ in die deutschen Kinos. Der Film von Regisseur Stefano Sardo erzählt die Geschichte einer Gruppe von Freunden rund um Carlo Petrini. Die Wurzeln von Slow Food reichen rund 25 Jahre zurück, als Carlo Petrini und seine Freunde begannen, sich für lokalen Esstraditionen und handwerklich hochwertige Lebensmittel zu begeistern. Regisseur Stefano Sardo erzählt eine sehr persönliche Geschichte, die viele Aussagen von Freuden Petrinis zusammenträgt und den langen Weg zwischen Politik und Essen zeigt.

Die Organisation Slow Food, die Carlo Petrini 1986 gründete, verstand sich als Anti-Fast-Food-Bewegung. Mit langem Atem wuchs daraus eine internationale Organisation, die inzwischen rund 100.000 Mitglieder zählt und in 1500 lokalen Gruppen (Convivien) organisiert ist. Slow Food setzt sich für den Erhalt lokaler Esstraditionen, die biologische Vielfalt sowie nachhaltige und umweltgerechte Lebensmittelproduktion ein.

Genuss, Bewusstsein, Verantwortung

Das besondere an Slow Food ist das umfassende Verständnis von Esskultur und die Breite der Aktivitäten, die die Organisation leistet. Slow Food hat ein internationales Netzwerk aufgebaut, das miteinander im Austausch ist. Gleichzeitig stehen die lokalen und kulturellen Besonderheiten der Esskultur weiterhin im Mittelpunkt.

Bleibt mir noch, euch für „Slow Food Story“ ein leckeres Filmerlebnis und Bilder von hohem Genuss zu wünschen. Wenn ihr den Film gesehen habt, freue ich mich über euer Feedback in den Kommentaren.

Dokumentarfilm, Italien 2013, 73 Minuten, Dolby Digital mit Carlo Petrini, Azio Citi, Regie Stefano Sardo, Kamera Giovanni Giommi, Schnitt Stefano Sardo, Musik Valerio Vigliar.

Gründungsmanifest von Slow Food

Paris, 9. Dezember 1989 – Die Industriegesellschaft hat zuerst die Maschine erfunden und nach ihr das Leben modelliert. Mechanische Geschwindigkeit und rasende Beschleunigung werden zur Fessel des Lebens. Wir sind alle von einem Virus befallen: “Fast Life!”. Unsere Lebensformen sind umgestürzt, unser häusliches Dasein betroffen – nichts kann sich der “Fastfood-Bewegung” entziehen. Aber der Homo sapiens muss sich von einer ihn vernichtenden Beschleunigung befreien und zu einer ihm gemäßen Lebensführung zurückkehren. Es geht darum, das Geruhsame, Sinnliche gegen die universelle Bedrohung durch das “Fast Life” zu verteidigen. Gegen diejenigen – sie sind noch die schweigende Mehrheit -, die die Effizienz mit Hektik verwechseln, setzen wir den Bazillus des Genusses und der Gemütlichkeit, was sich in einer geruhsamen und ausgedehnten Lebensfreude manifestiert. Fangen wir gleich bei Tisch mit Slow Food an. Als Antwort auf die Verflachung durch Fastfood entdecken wir die geschmackliche Vielfalt der lokalen Gerichte. Fast Life hat im Namen von Produktivität und Rendite unser Leben verändert und bedroht unsere Umwelt. Slow Food ist die richtige Antwort darauf. In der Entwicklung des Geschmacks, und nicht in seiner Verarmung liegt die wahre Kultur. Und hier kann der Fortschritt dank einem internationalen Austausch von Geschichten, Wissen und Projekten seinen Anfang nehmen. Slow Food sichert uns eine bessere Zukunft. Slow Food ist eine Idee, die viele befähigte Anhänger braucht, damit aus der (langsamen) Regung eine weltweite Bewegung wird, deren Symbol eine kleine Schnecke ist.

Weiterführende Links

Website zum Film Slow Food Story

Facebook Film Slow Food Story (de)

Website Slow Food Deutschland

Website Slow Food International

Ein Kommentar

  1. Marek Thi sagt:

    Gestern konnte ich den Film „Slow Food Story“ in einer Preview im Kino Endstation in Bochum sehen. Der Film hat sehr gut gezeigt, was Menschen erreichen können, wenn sie mit Überzeugung handeln, das menschliche Miteinander in den Vordergrund stellen und mit Humor statt Verbissenheit aktiv sind.

    Ich hätte mir gewünscht, mehr über die Arbeit der Organisation von Slow Food zu erfahren. Der Film hätte mehr noch das Engagement der Menschen in den Convivien weltweit beleuchten können. Ein internationales Netzwerkes von Gleichgesinnten ist heute mehr den je in der Lage etwas zu bewegen. Der Ansatz, die lokalen Wurzeln der Menschen und ihre (Ess-) Kultur in den Mittelpunkt zu rücken und Herausforderungen zu adressieren, die wir nur international lösen können, erscheint mir sinnvoll.

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