Saatgut − Wem wird es gehören?

Saatgut − Wem wird es gehören?

Wem wird das Saatgut gehören? Welche Veränderungen wird die neue EU-Saatgutverordnung bringen? Welche Formen von Eigentums- und Urheberrechten sind sinnvoll im Zusammenhang mit natürlichen Ressourcen und Produkten, die aus ihnen hervorgehen?

Seit mehreren Jahren verhandeln die zuständigen Institutionen der Europäischen Union, wie der Agrarausschuss und das Parlament, über eine Neugestaltung des EU-Saatgutrechts.

Zukunft des Saatguts

Fragen zu den Hintergründen beim Thema Saatgut und Recht sind unter anderem:

  • Wie haben sich die Saatgut-Unternehmen in den letzten Jahrzehnten entwickelt?
  • Welche Veränderungen im Markt haben die gentechnischen Verfahren in der Züchtung gebracht?
  • Welche Auswirkungen hatte die Entwicklung für Bürger, Konsumenten, Landwirte und Umwelt?
  • Welche Auswirkungen hatte die Entwicklung auf die landwirtschaftlichen Ökosysteme und die Biodiversität?
  • Welche Entwicklung wollen wir für die Zukunft?

Gesellschaftliche Perspektive

Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Perspektive der Züchter und Vermarkter von Saatgut im Diskussionsprozess von den Intressensvertretern der Branche, wie der ESA (European Seed Assosiation), bereits gut eingebracht wurden. Die Perspektive der Bürger und Landwirte sollte man jedoch dabei nicht vergessen.

Demeter International organisiert zum Thema der Auswirkungen der europäischen Saatgut-Gesetzgebung eine Konferenz in Brüssel, die den Einfluss auf Landwirte, Konsumenten und Bürger in den Mittelpunkt stellt. Diese Konferenz ist offen für jeden, der sich in die Diskussion einbringen möchte und wird auf Englisch (Deutsch und Französisch) abgehalten.

EU Seed policy and legislation: Challenges for Producers, Consumers and Citizens: „who will own the Seeds?“

  • Resicence Palace – International Press Centere, Brussels
  • 22nd of January 2014

Bewusstsein schaffen und Bürger motivieren

Die Ziele der Konferenz, die die Perspektive von Landwirten, Verbrauchern und Bürgern beleuchtet, sind folgende:

  • politisches Bewusstsein zu schaffen, dass Saatgut nicht nur Privateigentum ist, sondern auch ein Gemeingut
  • zu diskutieren, wie eine angemessene rechtliche Umsetzung aussehen kann (EU-Ebene und Nationalstaaten)
  • herauszuarbeiten, welche Bedeutung der freie Zugang zu freiem Saatgut für die europäischen Länder hat
  • Bewusstsein zu schaffen für die Notwendigkeit einer Regulierung bei den großen Saatgutunternehmen
  • Bewusstsein zu schaffen für die Probleme der Bio-Züchter bei der Registrierung und Zertifizierung ihres Saatguts
  • alle Bürger zu motivieren, sich um die Herkunft ihrer Lebensmittel zu kümmern und die Auswirkungen auf die Gesundheit
  • zu erkennen, dass Saatgut ein lokales Thema ist und nicht nur ein globales
  • herauszuarbeiten, dass Saatgut ein gesellschaftliches und ethisches Thema ist, es geht um die Lebensgrundlage
  • die Perspektive der Bürger herauszuarbeiten und in den Diskussionsprozess einzubringen
  • zu diskutieren, wie die Verantwortung für das Saatgut zwischen allen Beteiligen aufgeteilt werden kann
  • zu klären, ob wir eine Bürgerbewegung in Europa brauchen, die sich des Themas Saatgut annimmt

Anbei das vollständige Programm zu der eintägigen Konferenz.

Zuhören und mitreden

Der Vormittag der Konferenz ist mit Vorträgen und Diskussionen gefüllt. Am Nachmittag wird es vier Arbeitsgruppen geben, die sich mit folgenden Themen auseinandersetzen:

  • Neue Gesetzgebung und ihre Auswirkungen auf die Bio-Saatgut-Branche sowie die Biodiversität
  • Ökonomische Aspekte und Anforderungen des Bio-Saatgut-Marktes – besonders für kleinere Unternehmen, Landwirte und Einzelpersonen
  • Saatgut als Gemeingut und die Frage der Eigentumsrechte
  • Beteiligung von Bürgern und Landwirten

Anmelden und teilnehmen

Die Konferenz steht allen Interessierten offen. Sie ist kostenlos und eine aktive Beteiligung in den Diskussionen und Arbeitsgruppen ist gewünscht. Ihr könnt euch unter Angabe der nachfolgenden Informationen per E-Mail  anmelden. Organisator der Veranstaltung ist Demeter International in Kooperation mit Arche Noah, ECO – PB , IFOAM EU Group, Kultursaat e.V. , Network Economy Group, Saat:Gut e.V., Semences Paysannes.

E-Mail mit Name, Organisation, eigener E-Mail-Adresse und Angabe der Arbeitsgruppe, an der ihr teilnehmen wollt, bitte an assistant.demeter.eu@gmail.com senden.

Weiterführende Links

Hintergrundartikel zur Saatgutbranche

Forschungsarbeit zur Saatgutbranche:
Breeding Business. The Future of Plant Breeding in the Light of Developments in Patent Rights and Plant Breeder’s Rights

Programm der Konferenz

Demeter International

Arche Noah

ECO – PB

IFOAM EU Group

Kultursaat e.V.

Network Economy Group

Saat:Gut e.V.

Semences Paysannes

 

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