Slow − Lächle, atme und gehe langsam

Slow − Lächle, atme und gehe langsam

Was macht ein Film über Schnecken auf einem Blog zu nachhaltiger Esskultur? Im Film „Slow“ von Sascha Seifert geht es nicht um Schnecken als kulinarische Spezialität. Die Weichtiere nehmen uns vielmehr mit in die Natur und zeigen uns, was Langsamkeit ist. 

Die Schnecken lassen uns erkennen, was wir erleben können, wenn wir das Tempo drosseln und in den Moment eintauchen. Und genau das hat für mich sehr viel mit Genuss und Nachhaltigkeit zu tun.

Schnecken im Stuttgarter Stadtwald

Am  22. Mai feierte der Film „Slow − Langsam ist das neue Schnell“ Premiere im Kino Metropol in Stuttgart. Filmemacher Sascha Seifert und Team waren anwesend, um den Film zu präsentieren. Drei Jahre hat Sascha Seifert im Stuttgarter Stadtwald gedreht und das Material für den Film gesammelt.

Hauptdarsteller sind die dort heimischen Schnecken. „Slow“ ist deshalb ein Natur- und Tierfilm, der umweltschonend produziert wurde. Doch er ist noch mehr, denn „Slow“ ist ein Film über Geschwindigkeit, Zeit und Entschleunigung.

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SLOW – Theatrical Trailer from Sascha Seifert on Vimeo.

Schnecken fressen hören

Wir bewegen uns mit den Schnecken durch den Wald, hören die Bäume rauschen, die Vögel singen, die Frösche quaken und die Schnecken fressen. Der Film bleibt ganz nah bei den langsamen Weichtieren. Makroaufnahmen der Tiere erschließen uns eine Welt, die sonst unbeobachtet bleibt.

Wenn wir es schaffen, uns auf das Tempo der Tiere einzulassen und „herunterzufahren“, dann können wir wahrnehmen, was Sascha Seifert uns zeigt, zum Beispiel das Licht, wie es durch die Blätter der Bäume fällt. Wir begleiten die Schnecken, wie sie „gehen“, wie sie fressen und wie sie lieben.

Slow – Langsam gehen

Menschen, Dialoge oder gesprochenes Wort braucht „Slow“ nicht. Zitate von Thich Nhat Hanh, einem buddhistischem Mönch und Schriftsteller, rhythmisieren den Film. Die Texte verweisen auf die spirituelle Dimension des Films, der sich auch als cineastische Meditation erfahren lässt.

Bewusst, langsam gehen, im Moment sein statt ein „fernes“ Ziel anzustreben. Das vermittelt der Film. Entsprechend radikal verzichtet Sascha Seifert auf gewohnte Handlungskonzepte und Dramaturgie.

Zeit hinzuschauen

Für mich ist der Film „Slow − Langsam ist das neue Schnell“ eine gelungene filmische Umsetzung einer meditativen Achtsamkeitsübung. Dies war sicherlich herausfordernd für den Filmemacher während des Drehs. Für den Kinobesucher ist es das ebenso, denn wir sind es nicht mehr gewohnt, im gegenwärtigen Moment zu verweilen.

Wer sich nicht darauf einlassen kann, wird den Dokumentarfilm schnell als Zumutung erfahren. Wer es schafft, die Geschwindigkeit anzunehmen, wird auf der Leinwand und in sich selbst einiges entdecken können.

Wie passe ich in diese Welt? Warum eile ich gehetzt durch Raum und Zeit? Was würde geschehen, wenn ich langsamer gehe? Große Fragen, mit denen uns die Schnecken im Film „Slow“ konfrontieren.

Weiterführende Links

Website von „Slow − Langsam ist das neue Schnell“

Wo läuft „Slow“ in deutschen Kinos?

Ein Kommentar

  1. MarekThi sagt:

    Den Film SLOW gibt es jetzt auch als Video on Demand auf Vimeo
    https://vimeo.com/ondemand/slowthefilm

    „Achtsame Momente, gelebte Stille, ruhevolle Natur. Faszinierende Natur-Aufnahmen entführen das Publikum in die meditative, fabelhafte Welt der Schnecken, wo Abenteuer voll von magischer Besinnlichkeit und Eleganz auf sie warten. Und so ganz nebenbei sind diese Tiere auch Yoga-Meister.“

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