Bio-Balkongarten: Fruchtgemüse

Aubergine cultuvation

Gärtnern auf dem Balkon macht Freude, besonders die Anzucht von Fruchtgemüse wie Tomate, Gurke, Aubergine oder Kürbis. Ein Gespräch zum Anbau im Balkongarten. Wir sprechen über die Pflege der Pflanzen, Ausgeizen, Düngung und Pflanzenschutz mit natürlichen Gegenspielern.

Endlich habe ich einen eigenen Balkon und kann Gemüse und Kräuter im Balkongarten anbauen. Anfangen, ausprobieren, Fehler machen, das war meine Devise. Ende Juni kam meine Kollegin Claudia zu Besuch in meinen Balkongarten gekommen. Sie arbeitet wie ich bei der Bingenheimer Saatgut AG, wo wir ökologisches Saatgut samenfester Sorten verkaufen.

Weniger Pflanzen je Topf im Balkongarten

Sogleich viel Claudia auf, dass ich wie viele Gärtner in meinem Balkongarten alles sehr eng gepflanzt habe. Klar, man möchte so viel wie möglich auf der kleinen Fläche unterbringen. Doch wenn die Pflanzen zu eng stehen, können sie sich nicht in voller Pracht entwickeln. Auch Pilzkrankheiten breiten sich schneller aus, wenn die Pflanzen aufgrund der Enge schlecht durchlüftet werden.

Auch erschien Claudia das Erde-Volumen der Container, in die ich meine Auberginen, Tomaten, Gurken und Kürbisse gepflanzt hatte, zu gering. Meine Idee für meinen Balkongarten war, zum Ausgleich des geringen Substrat-Volumens, reichlich mit Flüssigdünger zu düngen. Mal sehen, ob ich so trotzdem eine gute Ernte bekomme.

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Seitentriebe bei Auberginen ausgeizen

Als erstes haben wir uns die Auberginen angesehen. Einer meiner beiden Pflanzen hatte schon einen Fruchtansatz, Blüten waren an den buschig aufgebauten Trieben einige. Neu gelernt habe ich, dass man auch Auberginen ausgeizen soll. Das haben wir dann gleich gemacht und die Seitentriebe herausgebrochen. Die Seitentriebe hätten bei weiterem Wachstum die Versorgung des Haupttriebs und die Fruchtbildung behindert.

Ab und an kann man auch einen Seitentrieb bei der Aubergine stehen lassen. Der Gärtner sollte sich die Pflanze genau ansehen und anhand der Wüchsigkeit und Kraft des Haupttriebs entscheiden, wie viele Seitentriebe er stehen lassen kann. Sollte die Pflanze sehr wüchsig sein, lässt sie sich auch im Balkongarten zweitriebig ziehen.

Schädlinge mit Nützlingen bekämpfen

Zu Beginn meines Jahres hatte ich in meinem Balkongarten einige Probleme mit Blattläusen. Claudia berichtete, dass Auberginen allgemein sehr beliebt seien bei tierischen Schädlingen. Bei der genaueren Betrachtung meiner Auberginenpflanzen, konnten wir dann aber auch schon einige Nützlinge finden.

Auf den Blättern der Aubergine fanden wir kleine braune Kügelchen, die Claudia als von Schlupfwespen parasitierte Blattlauseier identifizieren konnte. Die Arten der Schlupfwespen gehen gezielt auf bestimmte Arten von Blattläusen. Sie stechen die Blattläuse an und legen ihre Eier in die Blattläuse. Die Larven entwickeln sich in der Blattlaus, wodurch diese stirbt. Schließlich schlüpfen die Blattläuse und an der toten braun verfärbten Blattlaus sieht man das runde dunkle Ausschlupfloch. Die Schlupfwespen halten so den Bestand an Blattläusen gering.

Weiß bewollte Larve eines Marienkäfers

An der Aubergine haben wir dann auch noch eine weiß bewollte Marienkäferlarve entdeckt. Bekannter sind die schwarz rote oder orangenen Marienkäferlarven, doch es gibt viele verschiedene Marienkäfer, die ganz unterschiedlich aussehende Larven haben.

Um Fruchtgemüse im Balkongarten erfolgreich anbauen zu können, ist der Einsatz von Zusatzdünger notwendig. Claudia empfiehlt, dafür einen speziell auf Fruchtgemüse abgestimmten Dünger zu wählen.

Männliche und weibliche Blüten bei Kürbis und Gurke

Die Kürbisse und Gurken hatten sich bis Ende Juni schon sehr üppig in Bezug auf die Blattmasse entwickelt. Einige Blütenknospen zeigten sich. Die Gurkengewächse (Cucurbitaceae) haben getrennt männliche und weibliche Blüten. Zunächst zeigten sich überwiegend männliche Blüten. Bei den weiblichen Blüten ist der Blütenansatz dicker als bei den männlichen Blüten. Darüber hinaus wachsen die männlichen Blüten oft in den Blattachseln und die weiblichen Blüten stehen oft an den Seitentrieben. Auch die Kürbisse entwickeln ihre Früchte in der Regel an den Seitentrieben, deshalb sollte der Balkongärtner diese Pflanzen nicht ausgeizen.

Viel Wasser und hohe Luftfeuchte bevorzugt

Die Gurkengewächse stammen aus tropischen Regionen und lieben feuchtere Luft und benötigen viel Wasser. Um den Pflanzen bei dem oft trockenen Klima im Balkongarten etwas Gutes zu tun, kann der Gärtner sie mit Wasser besprühen.

An den Tomaten viel uns auf, dass egal welche Sorte es war, die ersten Fruchtstände sehr uneinheitliche Fruchtansätze hatten. Da das Wetter zur Zeit der Blüte kühl und nass war, lag die Vermutung nahe, dass schlicht die Befruchtung zeitlich verzögert erfolgte. Sollten am Ende der Traube noch Blüten sehr spät Früchte ansetzen, entwickeln sie sich oft nicht mehr richtig und können besser gleich entfernt werden, so bleibt mehr Kraft für die ersten Früchte.

Tomaten ausreichend nachdüngen

Besonders bei den Tomaten sollte der Balkongärtner nicht vergessen, mit Flüssigdünger nachzudüngen. Die Ausbildung der Früchte zehrt sehr und braucht viele Nährstoffe, die in der Regel nicht ausreichend aus der Erde des kleinen Topfes gezogen werden können, wenn man nicht zusätzlich düngt. Eine reichhaltige Ernte im Balkongarten beruht deshalb auf meist Zusatzdüngung.

3 comments

  1. Hallo,

    Ich baue mein Gemüse hydroponisch auf dem Balkon und in den eigenen 4 Wänden an.
    Das ist effektiver und man benkommt mehr Pflanzenmasse insgesammt.

    Dadurch das Hydroponik keine Erde braucht, bekommt man auch weniger Schädlinge.

  2. Hallo,

    Ja vertical farming ist schomal eine gute Idee.
    Es gibt mehrer Wege die zum Ziel führen. Die Frage welches System, ist jedoch abhängig von den Ressourcen. Also wenn man etwas Geld hat, ist ihr vorgeschlagenes System gar nicht so schlecht. Mir geht es aber darum, dass man sein eigenes System baut, solange man Zeit dafür aufwenden kann. In meinem kostenlosen ebook auf https://hydroponik.eu/ gehe ich darauf ein.
    Momentan benutze ich Tiefwasser-Kultur (DWC) und die Nährstofffilmtechnik.
    Die Königsdisziplin liegt für mich jedoch in der Aquaponik.

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